Filmbeschreibung


Flugzeugtaufe
von Gerold Schöbel

Es ist Sonntag, die Sonne scheint und es herrscht reger Flugbetrieb auf dem Gelände des Aeroclubs Butzbach. Anwesend sind auch die beiden ältesten Mitglieder Magga Lanz, älteste Pilotin Deutschlands und Ernst Pischl, seit 1958 dort Fluglehrer. Beide haben sich besondere Verdienste für den Club erworben. Sie ist 87 Jahre und er 88 Jahre alt. Sie wurden als Taufpaten eingeladen, was man ihnen aber vorher nicht gesagt hat. In geselliger Runde wird geplaudert, bis der erste Vorsitzende den Grund der Einladung verkündet. Zwei ältere Flugzeuge, die kürzlich gekauft und total überholt wurden, sollen getauft werden. Die Wahl der Taufpaten verlief eindeutig. Magga und Ernst sollen die Taufe vollziehen. Es wird zur Tat geschritten und die Überraschung trifft zuerst die Pilotin, als nach Enthüllung der Maschinenschnauze, ihr Rufname auf dem Flugzeug prangt. Nicht anders ergeht es Ernst, als er die zweite Maschine auf seinen Vornamen tauft. Der Vorsitzende gibt noch einige Anekdoten von Ernst zum Besten und dann dürfen die neu getauften Maschinen an den Start. Eine nach der andern geht ans Seil und startet steil in den Himmel. Mit viele Einstellungen von Flugzeugen, dem Seil-Rückholauto und dem Traktor, der die Maschinen zum Start zieht oder sie von dem Landeplatz holt, wird der Flugbetrieb gezeigt. Schließlich nimmt Gerold selbst in einem Motorsegler den Platz des Mitfliegers ein, um einen Blick von oben auf das Geschehen auf dem Flugplatz zu werfen. Mit einer Landung, erlebt aus dem Cockpit, endet der Film.
Die Besonderheit, dass eine einzige Kamera das Geschehen in Bild und Ton möglichst vollständig festhalten musste, erzwang mehrere Schwenks, einige mehr, als sicher selbst Gerold lieb waren. Dazu kamen Windgeräusche, die Standortwechsel erzwangen. Deshalb konnte der Film nicht ganz den gewohnten, hohen Standard erreichen. Eine Umkehrung der Reihenfolge: Zuerst den Rundflug mit der Frage, was geschieht da unten und dann die Taufe, erschien einigen als sinnvoller. Trotzdem ein sehr interessanter Film, der vor allem den Fliegerkollegen viel bedeuten wird.


Bewertung: 3,388


Josef Dworschak