Filmbeschreibung


Fünf Tage Urlaub


Gerold hat spontan einen Urlaub gebucht in dem kleinen Ort Battenhausen, der kaum auf einer Landkarte verzeichnet ist. Es hat naturgemäß nur wenig aufregendes zu bieten. Trotzdem findet Gerold immer Dinge, die bemerkenswert sind. So ein schön verziertes Haus eines echten Hessen, eine nette, kleine Kirche, die allerdings - wie heute so häufig- wochentags verschlossen ist. Das Örtchen ist offenbar 800 Jahre alt- so sagt es zumindest ein Anschlag am alten Brunnenhäuschen. Im Gasthaus zum hohen Lohr bezog Gerold mit seiner Frau Quartier. Obwohl sie dort während der Woche die einzigen Gäste waren, konnten sie nicht über das Wochenende bleiben, denn an den Wochenenden ist das Gasthaus ausgebucht. Da kommen die Wanderer! Die Frau von Gerold hat jetzt die Haare kürzer geschnitten und sieht damit viel flotter aus, als sie das Gasthaus betritt. Das Zimmer ist ganz nett, vom Balkon sieht man direkt in den Garten und das schöne Wetter lockt ins Freie. Die jungen Wirtsleute verwöhnen die einzigen Gäste, die bald zu einem Gang in die Natur und rund ums Dorf aufbrechen. Sehr schöne Landschaft, herrlicher Sonnenschein und absolute Ruhe ohne jeglichen Fluglärm erklären, warum viele Wanderer hierher kommen. Das Dorf Battenhausen gehört zusammen mit anderen kleinen Orten zur Klosteranlage Haina. Die wurde 1188 von den Grafen Reichenbach und Ziegenhain erbaut. Die späteren Jahrhunderte fügten Bauten hinzu und 1527 entstand ein Hospital, der Anfang der heutigen Klinik. Ein Denkmal des Landgrafen, Philipp des Großmütigen, erinnert an den Gründer. Nächstes Ausflugsziel ist Bad Wildungen. Schöne, blumengeschmückte Promenaden und eine Kurklinik in einem prächtigen Gebäude, das seinesgleichen sucht, sollen Badegäste anziehen. Aber fast menschenleere Straßen zeugen vom rasanten Rückgang der Kurgäste seit die Krankenkassen kaum noch Kuren genehmigen. Eine Konzertmuschel mit Säulenrundgang steht im Kurpark neben einem kleinen Teich- sicher ein Ort besonderer Veranstaltungen. Ein Blick in das Kurhotel Maritim zeigt auch dort fast gähnende Leere .Ebenso die Fußgängerzone und das nächstbeste Café in der Altstadt. Erst im Stadtcafé gibt es auch Kuchen. Jetzt zieht es die Schöbels an den Edersee. Eine gewaltige Staumauer dient der Regulierung des Niveaus und der Stromerzeugung. Der See selbst ist aber auch eine richtige Touristenattraktion. Eine ganze Flotte von Schiffen bietet Rundfahrten an. Eine solche machen auch die Schöbels mit. Zwei Stunden dauert eine Rundfahrt. Erstaunlich ruhige Aufnahmen im Gehen über einen Anlegesteg geleiten uns in das Schiff. Bald kommt das Schloss Waldeck in Sicht. Dies wäre ein interessantes Ziel, das aber aus Zeitgründen ausgelassen werden muss. Sehenswert wäre der 150 m tiefe Brunnen, wie der Kapitän des Schiffes erklärt, der einst von 2 Strafgefangenen gegraben wurde. Eine Unmenge von Segelbooten ankern in den Marinas, der Nachweis wie beliebt der Edersee für Segler ist. Die Staumauer wurde während des 2. Weltkrieges von den Amerikanern bombardiert und ein riesen Loch gerissen. Ein weiterer Ausflug führt nach Bad Zwesten. Da gibt es aber weder Kurhaus noch Kurbad. Deswegen geht es weiter nach Frankenberg. Es verfügt über ein einmalig schönes Rathaus, sehenswerte Fachwerkhäuser und bildet den Abschluss des fünf Tage Urlaubs.

Immer wieder versteht es Gerold auch weniger attraktiven Gegenden einiges abzugewinnen und daraus einen schönen Film zu machen. Auch die Einbeziehung seiner Frau - trotz deren inzwischen erheblichen Behinderungen- macht den Film so wertvoll für die Familie. Wie immer gute Einstellungen und interessante Perspektiven zeichnen den Film aus. Unser aller Anerkennung ist Gerold sicher.



Josef Dworschak