Bei uns zu Gast


Klaus Schardt mit Gattin
am 18.03.2015
 

Seit längerer Zeit hatten wir am 18. März wieder einmal filmischen Kontakt mit der Opelstadt Rüsselsheim, der bekannte Filmer Klaus Schardt stattete uns mit seiner Frau einen Besuch ab und brachte uns 6 Filme mit, die selbstverständlich alle „aus seiner Feder“ stammten.
Klaus Schardt ist nicht nur als exzellenter Filmer sondern auch als Juror im ganzen Hessenland und darüber hinaus ein echtes „Schwergewicht“.
   

Nach der freundlichen Begrüßung vor einem gut gefüllten Clubraum konnte es losgehen.

„Tolle Aussicht“
Das Ehepaar Schardt ist wie unser Rolf ein Fan der USA.
Der Film zeigt uns die Fahrt mit einem historischen Zug in New Hampshire auf den Mt. Washington.
Tolle Aufnahmen im und aus dem Zug lassen die Fahrt für die Zuschauer zu einem Erlebnis werden.
Auf dem Gipfel angekommen wird die „tolle Aussicht“ leider durch starken Nebel und Sturm sehr getrübt.
Ein Film, der durch seine Großaufnahmen besticht, wie übrigens bei allen gesehenen Filmen.

Diskussion:
- alle Filme waren themenbezogen
- verblüffende Kamerastandpunkte
- kein Kommentar-sehr gut
- Titel passt gut zum Film
- tolle Gestaltung
- kurzer rhythmischer Schnitt

„Abgeschnitten“
Film beginnt mit Menschen, die durch das Fernglas und das Spektiv schauen.
Der Film beschreibt nun, wie diese Menschen leben, besonders werden die „Eigenarten“ dieser Spezies hervorgehoben.
Wir erfahren, dass in diesem Land 16 Millionen Schafe und dreimal so viel Menschen leben. Die Einwohner dieser Insel sind sehr konservativ, basteln gerne und lieben alles „Alte“.
Sie vergöttern ihre Tiere, besonders die Haustiere, die Kinder kommen erst an zweiter Stelle. Die Prügelstrafe für Kinder ist zwar verboten, trotzdem wird sie hin und wieder angewandt. Disziplin und Haltung zeigen die „Insulaner“ bei sportlichen Wettkämpfen. Ihre Hauptnahrung sind Chips und Fisch, es ist eine einfache aber beliebte Kost.
Dafür bereiten sie jeden Morgen ein fulminantes Frühstück. Hüte sind Zeichen der gehobenen Gesellschaft und dazu möchte jeder gerne gehören.
Sie fühlen sich allen anderen Menschen überlegen.
Sie glauben, dass selbst der Erlöser einer von ihnen ist.
Ja, und zum Schluss erfahren wir, um welches Volk es sich handelt, es sind selbstverständlich die Engländer.
Ein Film, der nicht nur zum Schmunzeln anregt.
Diskussion:
- sehr spannender Aufbau
- die Eigenarten der Inselbewohner werden hervorragend
gezeigt
- Menschen werden gut charakterisiert
- wieder super Großaufnahmen
- ausgezeichnete Kommentierung
- Szenen aus dem Fernsehen nicht ganz passend
- Film hätte mit der Vogelbeobachtung enden sollen

„Eine kleine Lehrstunde“ 
Klaus Schardt möchte mit diesem Film den vielen PC-Nutzern ein wenig zur Seite stehen und ihnen die PC-Tastatur näher erklären.
Eine besondere Erfahrung, die der Autor selbst machte, möchte er den Nutzern vorführen.
Es geht dabei um die „Strg-Taste“und der Taste „M“.
Dass man damit dann, wie auf einem Klavier ein Musikstück spielen kann, hat doch alle Zuschauer verblüfft.
Wenn man also wieder einmal mit seinem PC genervt ist, sollte man einfach ein Musikstück spielen, um sich abzureagieren.
Einfach köstlich, ich hätte es fast geglaubt, so echt hat Klaus Schardt das „Learning by Doing“ näher gebracht.

Diskussion:
- genial
- tolle Fleißarbeit
- wunderbar „verarscht“

„Begegnung in Afrika“
Mit dem Flugzeug und einem Kleinbus begibt sich die Familie Schardt in ein Dorf im Norden Namibias.
Sie besuchen ein Himba-Dorf, wo noch Zucht und Ordnung herrschen. Die Männer sind die Chefs, gehen auf die Jagd, haben mehrere Frauen und entsprechend viele Kinder.
Die Frauen kümmern sich um das Essen, den „Haushalt“, die Kinder und warten auf ihre Männer.
Nur der Clanchef bleibt im Dorf, thront auf einem erhabenen Stuhl und passt auf, dass alles seine Richtigkeit hat.
Natürlich sind die Himbas die Touristen gewöhnt, verwickeln die „Neugierigen“ in Gespräche und tun so, als ob sie in der Steinzeit leben würden.
Köstlich fand ich das Gespräch zwischen den Himbafrauen und Frau Schardt. Frau Schardt wurde nach der Anzahl ihrer Kinder gefragt. Als sie verriet, dass sie nur ein Kind habe, fragten die Frauen „..was macht ihr, warum ihr nur ein Kind habt, wie macht ihr das?“
Der Film besticht durch wunderschöne Nahaufnahmen, interessante Informationen über das Volk der Himba und einen sehr schön gesprochenen und inhaltsreichen Kommentar.

Diskussion:
- herrliche Aufnahmen
- toller Kommentar
- sehr gut gemachter Film
- sehr informativ

„...den Mantel des Schweigens weggezogen“
„Film vom schwierigen Umgang mit der Geschichte“ Zitat Klaus Schardt. Der Film erzählt eine schlimme Begebenheit vom 26. August 1944 in Rüsselsheim. Die Opelstadt wird einen Tag vorher schwer bombardiert. Sie liegt in Schutt und Asche, viele Menschen sterben im Bombenhagel.
Auch der Bahnhof wird von den Bomben getroffen.
Ein Zug aus Hannover, der gefangene Amerikaner transportiert, kann in Rüsselsheim nicht weiterfahren. Sie müssen aussteigen und werden durch die Stadt getrieben.
Viele Einwohner begleiten mit wütenden Attacken die Gefangenen. Die Lage eskaliert, plötzlich werden die Gefangenen angegriffen. Von 10 Amerikanern werden 8 gelyncht, 2 konnten entkommen. Die Täter werden später vor Gericht gestellt und gehängt.
Viele Jahre wird diese furchtbare Geschichte „unter dem Mantel“ versteckt.
Dann bildet sich eine Gruppe „26.8.1944“ durch ein Bild eines Künstlers „Wir marschieren“ angeregt, die an die kriegsbedingte fatale Situation erinnern sollte.
Und tatsächlich, es passiert etwas. Auf Anregung der Gruppe wird ein Mahnmal eröffnet. Es ist eine Mauer mit den Bildern der Ermordeten. Einer der Überlebenden kommt zur Einweihung und erzählt, wie es damals war.
Toller Schluss des Films, wie ein Mantel wird das Tuch bei der Eröffnung weggezogen.
Klaus Schardt hat mit diesem Film nicht nur ein düsteres Kapitel Rüsselsheimer Geschichte aufgearbeitet, sondern auch ein hervorragendes filmisches Dokument geschaffen.
Ich kann nur sagen.....Bravo!!!!!!

Diskussion:
- super gemachter Film
- Titel besonders gut ausgewählt
- schwieriges emotionales Thema toll umgesetzt
- ausgezeichneter Film
- Film müsste unbedingt ins Stadtarchiv aufgenommen
werden

„Der Eisenbaum“
Die Regionalparkroute, die man am besten mit dem Fahrrad abfährt, führt zu vielen Zielen im Rhein-Main-Gebiet.
Eines davon ist der Eisenbaum bei Flörsheim. Mitten auf freiem Feld wurde ein künstlicher Baum aus Blech und Stahl errichtet, der weithin sichtbar ist. Er kann bestiegen werden und erzählt über eine Lautsprecheranlage wie er entstanden ist und warum ihn die Menschen gebaut haben.
Wie bei allen gesehenen Filmen überzeugt auch dieser Film durch viele Großaufnahmen und tollen Schnitt.
Auch ich habe einen ähnlichen Film erstellt, ich bin gespannt, was der Autor Klaus Schardt über meinen Film sagen wird, wenn wir beim nächsten Besuch in Rüsselsheim sein werden.

Diskussion:
- imponierend
- interessant, soll Region aufpäppeln
- toll geschnitten
- guter Schluss mit der Natur

Damit endete ein einstündiger sehr informativer und interessanter Gastabend des Ehepaares Schardt.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, haben wir noch lange mit Klaus über die hervorragenden Filme gesprochen.
Wir freuen uns jetzt schon, wenn das Ehepaar Schardt bei uns wieder einen Gastabend gestaltet, vielen Dank!!!!

Schmidtchen